Am Donnerstag, dem 23. April, wurde in der Hölderlinstraße 12 die Wanderausstellung „Archaeo-Sexism“ in Tübingen eröffnet. Kuratiert von Laura Mary, Béline Pasquini und Ségoléne Vandervelde und gemeinsam mit dem Verein Archéo-Éthique organisiert, illustriert sie seit 2019 in mittlerweile 13 Ländern und in sechs Sprachen Erfahrungsberichte über sexistische Diskriminierung gegenüber weiblich gelesenen Personen in der Archäologie.
Die Archäologie ist ein besonderes berufliches Umfeld, das Feldforschung, Laborarbeit, den akademischen Bereich, die Unternehmenswelt, den öffentlichen Dienst und den privaten Sektor miteinander verbindet. Für Archäologiestudentinnen und Archäologinnen sind diese besonderen Arbeitsbedingungen oft Ursache für geschlechtsspezifische Diskriminierung. Diese äußert sich in Form von erschwertem Zugang zu Arbeitsplätzen und Beförderungen, aber auch in diskriminierenden Bemerkungen, Gesten und Verhaltensweisen, die von paternalistischen Äußerungen bis hin zu sexuellen Übergriffen reichen. All dies kann manchmal mit Rassismus, Homo- und Biphobie oder sogar Transphobie einhergehen. Diese Handlungen werden noch allzu oft heruntergespielt, an den Rand gedrängt oder schlichtweg geleugnet. Diese Ausstellung hat zum Ziel, ein Publikum aus den Bereichen Kulturerbe und Archäologie zu sensibilisieren, in der Hoffnung, die Situation zu verbessern.
Die Tübinger Version, erweitert von Organisatorin Hannah Huber, Antidiskriminierungsbeauftragter Cornelia Riethmüller und den Mitarbeitenden der Anlaufstelle für Betroffene sexualisierter Gewalt der Universität Tübingen, zeigt die Lösungsansätze im relevanten deutschen Rechtskontext und die Anlaufstellen von Diskriminierung und Gewalt in Tübingen und an der Universität Tübingen.
In Tübingen ist die Ausstellung bis zum 22. Mai 2026 im Treppenhaus der Hölderlinstraße 12 zu besichtigen.


