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Wohnzimmer im Biedermeier-Stil

Nachlass

Evamarie Sander

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Ausstellung und Begleitpublikation Kooperationen und fachübergreifende Perspektiven Vermittlung und Lehre Öffentlichkeit und Fachdiskurs Personen

Projekt Nachlass Sander

Mit dem Tod von Evamarie Sander (1928–2023) im Jahr 2023 ging ihr wissenschaftlicher und persönlicher Nachlass an die Universität Tübingen über. Sander war die erste Professorin für Phytopathologie an der Universität und lehrte und forschte dort über viele Jahre hinweg.

Bereits zu Lebzeiten hatte sie festgelegt, ihren Besitz der Universität beziehungsweise dem MUT zu überlassen. Der Nachlass umfasst Möbel, Zier- und Gebrauchsgegenstände, Dekorationen, wissenschaftliche und private Literatur, Korrespondenzen sowie Fotografien. Damit dokumentiert er sowohl eine akademische Laufbahn als auch Aspekte bürgerlicher Lebens-, Wohn- und Alltagskultur.

Am Museum der Universität Tübingen MUT wird der Bestand als eigenständige Einheit unter dem folgenden Titel geführt:

„Sammlung Sander. Sammlung kulturtragender Gegenstände und Schriften – handgeschriebene und gedruckte – aus der Lebens-, Wohn- und Haushaltskultur einer bürgerlichen Familie in Einzelexemplaren und im Ensemble von 1738 bis in die Gegenwart“

Um diese zahllosen Objekte fachgerecht als eigenständige Sammlung zu erschließen, läuft seit September 2024 ein Projekt zur Inventarisierung und Vermittlung des Nachlasses. Finanziert wird das Projekt durch die Evamarie Sander Stiftung,  durch deren Mittel bereits mehrere Projektstellen am Museum der Universität Tübingen und Universitätsarchiv Tübingen eingerichtet werden konnten. 

Nachruf

Einen persönlichen Blick auf Evamarie Sander bietet ein Nachruf, der von ihrer ehemaligen Diplomandin Helga Aberle für den Newsletter der Universität Tübingen verfasst wurde. Der Text würdigt Sanders wissenschaftliches Wirken und ihre Rolle als akademische Lehrerin.

Zum Nachruf


Ausstellung und Begleitpublikation

Es entsprach Frau Sanders Wunsch, den Nachlass in einer Ausstellung zu präsentieren und durch eine begleitende Publikation zu dokumentieren. Daher wird die Ausstellung mit dem Titel „Was bleibt. Evamarie Sanders Leben, Familie und Wissenschaft“ am 23. Juli 2026 auf Schloss Hohentübingen eröffnet und läuft bis zum 15. November des Jahres. Ziel ist es, die materielle Vielfalt des Nachlasses ebenso sichtbar zu machen wie die wissenschaftliche und biografische Dimension der Sammlung. Sie wird von einer Publikation, die den Nachlass und seine wissenschaftliche Bearbeitung dokumentiert, begleitet.

Weiße Porzellanstatuette im Biedermeier-Stil, ein Herr mit einer Dame an jedem Arm

Meilensteine im Projekt

Der Projektbeginn erfolgte vor Ort im ehemaligen Wohnhaus in Unterjesingen. Hier wurde der Nachlass zunächst gesichtet und geordnet. Mit dem Umzug des Bestandes in das neue Sammlungszentrum des MUT begann die systematische Bearbeitung: von der konservatorischen Deponierung über die digitale Erfassung in der Museumsdatenbank TMS, bis hin zur (familien-)historischen Einordnung.

Kooperationen und fachübergreifende Perspektiven

Die Erschließung des Nachlasses erfolgt in enger Zusammenarbeit mit verschiedenen  Einrichtungen, darunter das Universitätsarchiv Tübingen, die Gemäldesammlung der Universität Tübingen, die Musikwissenschaft sowie die Empirischen Kulturwissenschaften (EKW). Diese Kooperationen ermöglichen eine interdisziplinäre Annäherung, die der thematischen Breite und materiellen Vielfalt des Nachlasses Rechnung zollt.

Vermittlung und Lehre

Ein Ziel des Projekts ist die Öffnung des Bestandes für Forschung, Lehre und Öffentlichkeit. Dazu wird der Projektverlauf in die universitäre Lehre eingebunden: In zwei Semestern begleiten Praxisseminare die Erschließungsarbeiten und vermitteln Studierenden Einblicke in museale Praxis und interdisziplinäre Zusammenarbeit. Dabei werden auch der Umgang mit Nachlässen sowie die damit verbundenen Herausforderungen, Entscheidungsprozesse und Hürden thematisiert – von Fragen der Bewertung, Auswahl und Konservierung bis hin zur Kontextualisierung und Vermittlung.

Öffentlichkeitsarbeit und Fachdiskurs

Posterpräsentation

Auf der 14. Sammlungstagung, die vom 5. bis 7. Oktober 2023 an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn stattfand, wurde der Nachlass zum ersten Mal auf einem Poster mit dem Titel „Auf dem Weg – die Stiftung der Evamarie Sander († 2023)“ vorgestellt.
 

Schatz des Monats

Ein Teil des Nachlasses wurde bereits öffentlich präsentiert: Die von Evamarie Sander erstellten und genutzten Virusmodelle waren im August 2024 im Rahmen der Reihe „Schatz des Monats“ des Universitätsarchivs und der Universitätsbibliothek zu sehen. 


Vortrag

Ebenfalls wurde das Projekt wurde bereits im fachlichen Diskurs vorgestellt. Ein Vortrag mit dem Titel „Ungewollt und ungeliebt(?) – Ansammlungen aus Schenkungen und Nachlässen am Beispiel des Hauserbes von Evamarie Sander“ wurde auf der 16. Jahrestagung für Universitätssammlungen zum Thema „Ist Sammeln zeitgemäß?“ gehalten, die vom 9. bis 11. Oktober 2025 in Berlin stattfand.


Mensa-Vitrinen

Bei der halbjährlich wechselnden Querschnitts-Ausstellung des MUT in den Vitrinen der Mensa Wilhelmstraße wurden im Wintersemester 2025/26 Objekte aus der Sammlung Sander präsentiert. Die Gemäldesammlung der Universität Tübingen zeigte Frau Sanders Gemälde aus der Professorengalerie.


Personen

Lucas Rau
Lucas Rau M.Sc.

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Tel:  +49 (0)7071 29 73853

E-Mail: lucas.rau[at]uni-tuebingen.de

E-Mail senden

Schwarz-weißes Portrait von Teresa Pohl
Teresa Pohl B.A.

Studentische Mitarbeiterin Projekt Nachlass Sander

Tel: +49 (0)7071 29 73853

E-Mail: teresa-annalena.pohl[at]student.uni-tuebingen.de

E-Mail senden

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