Beim Schatz des Monats März 2026 handelt es sich um eine SPhallische Figur aus der Ägyptischen Sammlung der Universität Tübingen.
Zu den sogenannten phallischen Figuren gehört eine kleine Votivfigur eines jungen, kahlköpfigen Mannes aus Kalkstein mit roter und schwarzer Bemalung. Die Höhe der Figur beträgt 5,8 cm und sie steht auf einer Basisplatte. Zwischen den Beinen ragt ein überdimensionaler, beschnittener Phallus hervor, darauf spielt er eine Winkelharfe mit beiden Händen.
Üblicherweise zeigen vergleichbare Darstellungen einen nackten Mann, manchmal zusammen mit einer ebenfalls nackten Frau oder als Teil einer sogenannten Phallophoren-Gruppe. Darstellungen dieser Art mit betont erotischer und zugleich spielerischer Gestaltung gehören zum Repertoire der populären Figurinen aus der griechisch-römischen Zeit in Ägypten (332 v. Chr – 395 n. Chr.). Sie wurden aus Terrakotta, aber auch aus anderen Materialien wie in diesem Fall Stein oder Fayence gefertigt. Die Kombination von Musik, Fruchtbarkeitssymbolik und übersteigerter Männlichkeit wird häufig mit festlichen Kontexten oder mit schützenden Funktionen in Verbindung gebracht. Viele dieser Figuren stammen aus dem alexandrinischen Raum und zeigen die gleichzeitige Präsenz griechischer, römischer und ägyptischer Einflüsse.
Diese Figuren waren für die Lebenden bestimmt und wurden vermutlich auf privaten Hausaltären aufgestellt. Sie sollten vor Impotenz bei Männern und Unfruchtbarkeit bei Frauen schützen und könnten zudem als Ex-Votos im Zusammenhang mit dem Eintritt in die Pubertät gedient haben.
Carolina Teotino-Tattko


