In regelmäßigen Abständen stellen das Universitätsarchiv und die Universitätsbibliothek Tübingen Highlights und interessante Objekte aus ihren Sammlungen vor. Beim Objekt des Monats Mai 2026 handelt es sich um das Adressbuch der Stadt Tübingen.
Alte Adressbücher und Einwohnerverzeichnisse sind wichtige Quellen für Historikerinnen und Historiker und Familienforschende. Hauptsächlich besteht ein Adressbuch aus zwei Teilen: der eine verzeichnet die Einwohner alphabetisch nach ihrem Namen, der andere enthält sämtliche Wohnhäuser und deren Bewohner nach Straßen sortiert. Außer den Namen und Adressen der Einwohner finden sich Informationen zu Beruf, Familienstand, Hausbesitz und mehr.
Die Geschichte des Adressbuchs der Stadt Tübingen beginnt 1870 mit einer Veröffentlichung von Ludwig Sturm, der den „Adreß-Kalender für die Universitätsstadt Tübingen“ im Selbstverlag herausgibt. Sturm ist, so liest man in ebenjenem Kalender, ein Ablösungskommissär a.D. und wohnt in dem Haus mit der Nummer 123, das in der Kronenstraße steht. Man muss das so formulieren, da alle Häuser Tübingens durchnummeriert sind. Der Adreß-Kalender enthält als erstes eine Übersicht über Anstalten, Behörden und kommunale Ämter, als zweites folgen „Handlungen und Gewerbe-Etablissements“ von Apotheken bis Zinngießer, dann eine Aufzählung der Stiftungen, und das alphabetische Namensverzeichnis mit Wohnung und Hausnummer.
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