Alle drei Monate präsentiert die Forschungsstelle für islamische Numismatik Tübingen (FINT) ein interessantes Stück aus ihrer Sammlung.
Die Herbst-Münze 2026 ist ein Dinar aus der Stadt Herat im heutigen Afghanistan, geprägt ebenda im Jahre 998 (nach islamischer Zeitrechnung: 388 H.). Was das Goldstück besonders macht, offenbart sich erst, wenn man den Münztyp in einer Prägereihe kontextualisiert und auch mit parallelen Ausgaben anderer Münzstätten derselben ostiranischen Region Churasan vergleicht: Es handelt sich tatsächlich um die späteste Prägung einer churasanischen Münzstätte, auf der (abgesehen vom Kalifen) noch einzig der Herrscher aus der Samaniden-Dynastie genannt ist (Mansur II.)! Letztere war damals im Niedergang begriffen und längst war es üblich geworden, dass auch übermächtige Gouverneure der Samaniden ihre Namen auf die Münzen setzten. Ein so später Dinar ganz ohne Statthalter-Name darf also erstaunen und gibt Anlass, der Frage nachzugehen, welche Machtkämpfe der Übergangszeit von der Samaniden- zur Ghaznawiden-Herrschaft hier wohl eine Rolle spielten, in Herat und darüber hinaus.
Den ausführlichen Beitrag zur „Münze der Saison“ finden Sie wie immer auf der entsprechenden Webseite der FINT.
Die FINT wird gefördert von der Pelling-Zarnitz-Stiftung.


