Im Rahmen der Provenienzforschung des MARKK zur Hamburger Südsee-Expedition war Anne Kremmer in Hamburg, um 62 übermodellierte Schädel, Langknochen sowie 5 Cultural Belongings aus Knochen anthropologisch zu begutachten. Die Cultural Belongings und menschlichen Gebeine stehen im Zusammenhang mit dem ersten Jahr der Hamburger Südsee-Expedition (1908–1909) und ihrer Sammlungsgeschichte.
Bei den drei Cultural Belongings wurde zunächst bestätigt, ob es sich bei den Komponenten aus Knochen um menschliche oder tierische Überreste handelt. An den Schädeln erfolgte, soweit anhand der erhaltenen Merkmale möglich, eine Bestimmung von Alter und Geschlecht. Ein besonderes Anliegen war zudem, Klarheit darüber zu gewinnen, ob die beim Eingang der Bestände in das Museum unter einer Inventarnummer zusammengefassten Ancestral Human Remains tatsächlich von einem oder mehreren Individuen stammen. Hierzu wurden die erhaltenen Knochen auf Übereinstimmungen und Unterschiede untersucht und taphonomische Merkmale dokumentiert, die Hinweise auf ihre Behandlung, den Zustand vor der Übermodellierung sowie die spätere Aufbewahrung geben können. Die Untersuchungen erfolgten dabei nicht-invasiv und in engem Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen des National Museum and Art Gallery of Papua New Guinea (NMAG). Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, die Bestände möglichst genau zu dokumentieren und eine angemessene weitere Aufbewahrung der Ancestral Human Remains zu unterstützen.




