Die Farben des Kosmos
Sonderausstellung vom 30. Oktober 2026 bis 31. Januar 2027
SONDERAUSSTELLUNG
30. Oktober 2026 bis 31. Januar 2027
ADRESSE
MUT | Alte Kulturen
Burgsteige 11 | 72070 Tübingen
ÖFFNUNGSZEITEN
Mi bis So, 10 bis 17 Uhr
Do, 10 bis 19 Uhr
Führungen
auf Anfrage
KONTAKT
sekretariat[at]museum.uni-tuebingen.de | 07071 29 76437
Die wiedergewonnene Pracht des Tempels von Esna
Die Ausstellung „Die Farben des Kosmos. Die wiedergewonnene Pracht des Tempels von Esna“ präsentiert erstmals in Tübingen die außergewöhnlichen Ergebnisse des Esna-Projekts. Großformatige Fotografien zeigen, wie Restauratorinnen und Restauratoren die über Jahrhunderte verborgene Farbigkeit des Tempels Schritt für Schritt wieder sichtbar gemacht haben. Unmittelbare Vorher-Nachher-Vergleiche lassen eindrucksvoll nachvollziehen, wie sich dunkle, verschmutzte Oberflächen in leuchtend farbige Bilder verwandeln.
Ausgewählte Originalobjekte aus der Ägyptischen Sammlung des MUT begleiten die Fotografien und veranschaulichen die Götterwelt, Rituale und religiösen Vorstellungen, die in der Dekoration des Tempels von Esna zum Ausdruck kommen. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die monumentale Deckendekoration mit Sonne, Mond, Sternbildern, Tierkreiszeichen und weiteren Himmelserscheinungen. Zwei Deckenbereiche werden in großformatigen Fotoinstallationen nahezu vollständig sichtbar gemacht. Die Ausstellungsarchitektur greift zugleich die Säulenhalle des Tempels auf und vermittelt so einen Eindruck von der räumlichen Wirkung des Pronaos.
Esna und das Esna-Projekt
Esna liegt am Nil in Oberägypten, rund 60 Kilometer südlich von Luxor. Mitten im heutigen Stadtzentrum befindet sich der Tempel des widderköpfigen Schöpfergottes Chnum. Von der einst größeren Tempelanlage ist heute nur die monumentale Vorhalle, der sogenannte Pronaos, vollständig erhalten. Der Bau entstand im frühen 1. Jahrhundert n. Chr., als Ägypten Teil des Römischen Reiches war. Ihre reiche Dekoration wurde vermutlich unter Kaiser Tiberius begonnen
und über mehr als zwei Jahrhunderte später, in der Zeit von Kaiser Trajan Decius (249–251 n. Chr.), vollendet. Inschriften, Ritualszenen
und Darstellungen von Göttern und Himmelsphänomenen schmücken Wände, Decken und 24 mächtige Säulen.
Seit 2018 erforschen und restaurieren die Universität Tübingen und das ägyptische Ministerium für Tourismus und Altertümer gemeinsam den Tempel von Esna. Über Jahrhunderte hatten Ruß, Staub und Schmutz die einst leuchtende Bemalung seiner Wände, 24 Säulen und Deckenbereiche nahezu
vollständig verborgen. Ziel des Projekts ist es, diese antike Farbigkeit freizulegen, zu konservieren, umfassend zu dokumentieren und wissenschaftlich neu zu erschließen. Ein rund 30-köpfiges ägyptisches Team aus Restauratorinnen und Restauratoren hat in mehrjähriger Arbeit den Pronaos nahezu vollständig gereinigt und konserviert. Die Ägyptologinnen und Ägyptologen der Universität Tübingen begleiten die Restaurierung wissenschaftlich: Sie untersuchen die sichtbar gewordenen Inschriften und Darstellungen und werten Texte, Bilder und Farbgebung in ihrem Zusammenhang aus. Dadurch konnten bislang unbekannte Texte und Bilddetails erschlossen und neue Erkenntnisse etwa zur Götterwelt, zu Ritualen und zu den astronomischen Vorstellungen im Tempel von Esna gewonnen werden. So lässt sich die außergewöhnliche Dekoration des Pronaos heute nicht nur wieder in ihrer Farbenpracht erleben, sondern auch umfassender verstehen.
Begleitprogramm zur Ausstellung
Begleitend zur Ausstellung vertieft eine hochkarätig besetzte Vortragsreihe die Themen des Esna-Projekts. Die Vorträge finden immer im Ernst-von-Sieglin-Hörsaal (Raum 165, Institut für Klassische Archäologie) auf Schloss Hohentübingen statt:
Do, 19. Nov. 2026, 19 Uhr
Die Farbenpracht des Tempels von Esna
Dr. Daniel von Recklinghausen
Universität Tübingen, Abteilung Ägyptologie
Do, 3. Dez. 2026, 19 Uhr
Der neue Himmel über Esna
Prof. Dr. Christian Leitz
Universität Tübingen, Direktor der Abteilung Ägyptologie
Do, 14. Jan. 2027, 19 Uhr
Der Tierkreis in Bewegung. Die Wandlungen eines antiken Konzeptes von Babylonien bis Esna
Prof. Dr. Mathieu A. J. H. Ossendrijver
Freie Universität Berlin, Institut für Wissensgeschichte des Altertums
Do, 21. Jan. 2027, um 19 Uhr
Depicting Rebirth: On the Iconography of Osiris in Late Period and Ptolemaic Egypt
Prof. Dr. Laurent Coulon
Collège de France, Civilisation de l'Égypte pharaonique, Paris
Ausstellungsort
MUT | Alte Kulturen | Schloss Hohentübingen
Burgsteige 11 | 72070 Tübingen
Öffnungszeiten
Mi bis So, 10 bis 17 Uhr
Do, 10 bis 19 Uhr
Führungen
auf Anfrage
Eintritte
Erwachsene: 5 €
Ermäßigt: 3 € (Kinder, Schüler, Studenten, Rentner, Schwerbehinderte)
Familienkarte: 12 €
Tübinger Studenten: frei


