2000 Jahre Münzgeld | 10004

Dietrich Mannsperger, Ausstellungsreihe der Münzsammlung der Universität Tübingen. Württemberg, Heft 3, 48 Seiten, 1991

Münzfunde aus dem Neckartal und dem Schönbuch, vom Schwarzwald bis zur Schwäbischen Alb. 

Münzen überdauern die Zeit. So kostbar sie sind – immer wieder gehen sie verloren, werden versteckt, vergraben, vergessen, bis der Bauer oder der Baggerführer, der Wengerter oder der Waldarbeiter sie wieder entdeckt. Eine Karte der Münzfunde ist wie ein aufgeschlagenes Buch der Geschichte. Politik und Wirtschaft, Religion und Staat treten uns in Bild und Aufschrift entgegen; je älter ein Münzdenkmal ist, um so größer ist sein Zeugniswert für die Vergangenheit. 

Die Landschaft um Tübingen kennt Münzgeld seit über 2000 Jahren. Was im 7. Jh. v. Chr. in Lydien erfunden wurde, kam um 300 v. Chr. auch ins Land nördlich der Alpen. Goldmünzen der Makedonen werden von den Kelten imitiert, mit den Legionen kommt viel römisches Geld ins Land, vom As des Augustus bis zum Silberschatz von Einsiedel. Der mittelalterliche Tübinger Pfennig wird vom Heller verdrängt, der Goldgulden vom Taler und vom Dukaten. Die griechischen Götter weichen dem Bild römischer Kaiser, die mittelalterlichen Heiligen werden durch neuzeitliche Herrscherbilder ersetzt, wie das König Gustav Adolfs von Schweden im Dreißigjährigen Krieg.

Dieses Büchlein nimmt einige dieser Bodenfunde genauer unter die Lupe, zusammen mit anderen Zeugnissen der heimischen Geldgeschichte aus der Münzsammlung der Tübinger Universität.