Brillenfibel vergoldet | 80016

Material: Kupfer vergoldet, etwa Originalgröße. Vorbilder: bronzene Brillenfibeln vom Typ "Haslau-Regelsbrunn" aus dem Gräberfeld von Hallstadt (Oberösterreich), nach dem der frühe Abschnitt der Eisenzeit benannt ist. Datierung: Jüngere Urnenfelderzeit (Bronzezeit) und frühe Eisenzeit (Hallstattzeit) ca. 1000-450 v. Chr.

Historischer und archäologischer Hintergrund:

Nadeln und Fibeln dienten seit der Bronzezeit zum Zusammenheften der Kleidung und zugleich als Schmuck. Während der Bronzezeit bestehen sie aus Kupferlegierungen (meist Zinnbronze), gelegentlich auch aus Gold. In der Eisenzeit wurde darüber hinaus Eisen und Silber benutzt. In römischer Zeit wurde auch Messing (Kupfer und Zink) verarbeitet.

Fibeln mit zu Spiralscheiben aufgerolltem Draht entstammen einer bronzezeitlichen Tradition, in der Spiralmuster und Scheibendarstellungen (teilweise als Sonnensymbol interpretierbar) sehr beliebt waren.

Die sogenannten Brillenfibeln wurden von Männern, Frauen und Kindern verschiedenster Bevölkerungsschichten getragen. Meist wurde ein Obergewand mit je einer Fibel rechts und links auf der Brust zusammengehalten, gelegentlich wurde aber auch nur eine Fibel an der linken Brusthälfte nachgewiesen.

Derartige Fibeln waren in einem weiten Gebiet von Südpolen über Österreich bis nach Griechenland sehr häufig und konnten von 2,5 cm bis zu 28 cm breit sein.

Literatur: P. Betzler, Die Fibeln in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz I. Prähistorische Bronzefunde XIV, 3 (München 1974) S. 91-131.