Fibel mit Achterschleife der ostgermanischen Zarubincy-Kultur | 80010

Material: Kupfer vergoldet. Vorbild: Bronzene Fibel der Zarubincy-Kultur aus Woronino (Wobl, Homel, Weißrussland) Grab 25. Datierung: Mittellatènezeit, 3.-2. Jh. v. Chr.

Nadeln und Fibeln dienten seit der Bronzezeit zum Zusammenheften der Kleidung und zugleich als Schmuck. In der Eisenzeit wurde neben Kupferlegierungen (meist Zinnbronze) auch Eisen und Silber benutzt.

Archäologischer und historischer Hintergrund:

Fibeln der keltischen Latènekultur mit Achterschleifen auf Fuß und Bügel haben ihren Ursprung und ihre Hauptverbreitung im mittleren Donauraum. Durch den großen Einfluss der Latènekultur sind einzelne Exemplare dieser Fibelform auch im benachbarten Waldsteppengebiet der Zarubincy-Kultur am mittleren Dnjepr (Weißrussland) zu finden, die Ende des 3. Jh. v. Chr. durch ostgermanische Einwanderer aus dem nördlichen Mitteleuropa entstanden war.

Die Fibeln weichen mit ihrer Bügelumwicklung zwischen den Achterschleifen etwas von den donauländischen Vorbildern ab. Daher ist davon auszugehen, dass die Fibeln nicht importiert wurden, sondern von Handwerkern der Zarubincy-Kultur nach keltischem Vorbild hergestellt wurden.

Literatur: K. Peschel, Fibeln mit Spiralfuß. Zeitschrift für Archäologie 6, 1972, S. 28-31.