Fußspiralfibel Heidengraben vergoldet | 80009

Material: Kupfer vergoldet, Originalgröße.

Vorbild: Bronzene Spiralfußfibel mit Bügelspiralen vom Heidengraben bei Bad Urach, Siedlungsgrabung „Strangenhecke“.

Datierung: Frühlatènezeit, 4.-3. Jh. V. Chr.

Nadeln und Fibeln dienten seit der Bronzezeit zum Zusammenheften der Kleidung und zugleich als Schmuck. Während der Bronzezeit bestehen sie Kupferlegierungen (meist Zinnbronze), gelegentlich auch aus Gold. In der Eisenzeit wurde darüber hinaus Eisen und Silber benutzt. In römischer Zeit wurde auch Messing (Kupfer und Zink) verarbeitet

Historischer und archäologischer Hintergrund

Der Heidengraben bei Bad Urach ist eine große spätkeltische Stadtanlage auf der Schwäbischen Alb. Bei Grabungen des Tübinger Instituts für Ur- und Frühgeschichte 1994-1999 wurde dort eine frühkeltische Vorgängersiedlung untersucht. In den Verfüllschichten eines Grubenhauses fand sich eine phantasievoll gestaltete Fibel.

Schon in der Hallstadtzeit wurden Fibeln mit einer Doppelspirale versehen, die der Nadel mehr Spannung verleiht. Als in der Frühlatènezeit besonders der Fuß, das obere Ende der Fibel, Träger von Verzierungen wurde, designten keltische Handwerker die Spiralfußfibel: Die Spirale wurde als funktionsloses Ornament am Ende der Fibel (Fuß), manchmal auch am Fibelbügel wiederholt. Trotz der kuriosen Form sind ähnliche Fibeln in weiten Teilen Mitteleuropas zu finden.

Literatur: D. Ade u. a. (Hrsg.), Der Heidengraben – ein keltisches Oppidum auf der Schwäbischen Alb. Führer zu archäol. Denkmälern in Baden-Württemberg 27 (Stuttgart 2013) S. 53-55.