Fußspiralfibel Rottenburg vergoldet | 80007

Material: Kupfer vergoldet, etwa Originalgröße.

Vorbild: Bronzefibel aus Rottenburg, Neubaugebiet „Lindele-Ost“, Grabhügel 10, Grab 3. Länge 3,3 cm.

Datierung: Frühe Latènezeit, 4.-3. Jh. v. Chr.

 Nadeln und Fibeln dienten seit der Bronzezeit zum Zusammenheften der Kleidung und zugleich als Schmuck. Während der Bronzezeit bestehen sie Kupferlegierungen (meist Zinnbronze), gelegentlich auch aus Gold. In der Eisenzeit wurde darüber hinaus Eisen und Silber benutzt. In römischer Zeit wurde auch Messing (Kupfer und Zink) verarbeitet.

Historischer und archäologischer Hintergrund

1984 wurde bei der Erschließung eines Neubaugebietes in Rottenburg am Neckar ein frühkeltischer Friedhof mit Grabhügeln und Brandgrubengräbern entdeckt. Eine der Nachbestattung in einem hallstattzeitlichen Grabhügel enthielt zwei Fibeln mit Fußspirale.

Schon in der Hallstattzeit (800-450 v. Chr.) wurden Fibeln mit einer Doppelspirale versehen, die der Nadel mehr Spannung verleiht. Als in der Frühlatènezeitbesonders der Fuß, das obere Ende der Fibel, Träger von Verzierungen wurde, designten keltische Handwerker die Fußspiralfibel: Die Spirale wurde als funktionsloses Ornament an Fibelfuß, manchmal auch am Bügel der Fibel wiederholt. Trotz der kurions anmutenden Form sind solche Fibeln in weiten Teilen Mitteleuropas zu finden.

Literatur: H. Reim, Das keltische Gräberfeld bei Rottenburg am Neckar. Grabungen 1984-1987. Archäologische Informationen aus Baden-Württemberg 3 (Stuttgart 1988) S.22.