Fibel mit Fußkugel | 80003

Material: Kupfer versilbert, Kugel Hartplastik, etwa Originalgröße. Frühlatenezeit (Eisenzeit), 5.-3. Jh. v. Chr.

Vorbilder: Eiserne Drahtfibeln vom Frühlatèneschema mit Fußkugel, aus Nebringen, Grab 23.

Datierung: Frühlatènezeit (Eisenzeit, Zeitstufen Latène A und B), 5.-3. Jh. v. Chr.

 

Nadeln und Fibeln dienten seit der Bronzezeit zum Zusammenheften der Kleidung und zugleich als Schmuck. Während der Bronzezeit bestehen sie Kupferlegierungen (meist Zinnbronze), gelegentlich auch aus Gold. In der Eisenzeit wurde darüber hinaus Eisen und Silber benutzt. In römischer Zeit wurde auch Messing (Kupfer und Zink) verarbeitet.

Historischer und archäologischer Hintergrund

Im Verlauf der sog. Keltischen Wanderungen plünderten keltische Stämme Griechenland und im Jahr 278/277 v. Chr. ließen sich keltische Gruppen (von den Griechen „Galater“ genannt) als Söldner in Kleinasien anwerben, wo sie nach ihrer Entlassung wieder mit Plünderungen begannen. Sie wurden 268 v. Chr. besiegt und in Anatolien angesiedelt, wo sie durch vereinzelte Funde der keltischen Latènekultur sowie keltische Namen als Migranten zu erkennen sind. Ihre Nachkommen sind in Europa vor allem durch einen Brief des Apostels Paulus an die galatische Christengemeinde bekannt. Sie sollen angeblich noch im 6. Jh. n. Chr. eine ähnliche Sprache wie im ehemals keltischen Trierer Land gesprochen haben, übernahmen mit der einheimischen Kultur Anatoliens aber auch bald die griechische Sprache.