Museumsführer Völkerkunde | 10030

Harms, Volker, Tübingen 2005, 165 Seiten.

„Malanggan” werden auf der Südseeinsel Neuirland - vor der Nordostküste der Insel Neuguinea gelegen - die Erinnerungsfeste an die Toten genannt, die im Zentrum des dortigen Ahnenkultes stehen. Ebenfalls „Malanggan” heißen die in großer Vielfalt künstlerisch gestalteten Figuren, mit denen die Festplätze geschmückt werden. Die „Ges”-Figuren, die zumeist in kleinen Gruppen unter einem Schutzdach auf den Festplätzen stehen, stellen als positiv und schöpferisch angesehene Geister dar. Während die Kopfaufsätze in der für die „Malanggan”-Kunst typischen durchbrochenen Schnitzweise aus Holz hergestellt werden, formt man die dazu gehörenden Figuren in Menschengestalt aus sehr leicht vergänglichem Fasermaterial. Diese Körper der „Ges”-Figuren sind daher in den Sammlungen alter „Malanggan”-Figuren zumeist nicht erhalten geblieben.