Olympischer Wettkampf | 10005

Dietrich Mannsperger, Olympischer Wettkampf, Sportdarstellungen auf antiken Münzen und Medaillen, Ausstellungsreihe der Münzsammlung der Universität Tübingen. Württemberg, Heft 1, 29 Seiten, 1983

Olymischer Wettkampf: Wohl kaum ein anderes die Massen bewegendes Zauberwort umfaßt so viele Gegensätze in sich. Das emotionale Aufeinandertreffen von Idee und Wirklichkeit, Ideologie und materiellen Interessen inszeniert alle vier Jahre ein immer wieder fesselndes Schaufpiel des Menschlichen und Allzumenschlichen. 

In dieser Broschüre wird die Darstellung des antiken Sports auf Münzen und Medaillen anhand einer kleinen Auswahl besprochen. 

Die Münzmotive der griechischen Städte entstammen zunächst ausschließlich der Welt der Götter und Heroen. Politik und Sport finden hier ihren Platz insoweit, als sie sich dieser Sphäre in sublimierter Gestalt einfügen. Seit dem ersten Jahrhundert vor Christus erfolgt eine gewisse Säkularisierung der Münzbilder, die nun überwiegend dem sakral-menschlichen Bereich entnommen werden. Sportdarstellungen beschränken sich dabei weitgehend auf den Themenkreis „Brot und Spiele”, dem auch die nun beliebten Ansichten von Großbauten wie Circus und Amphitheater angehören. Die Welt der spätantiken Circusrennen tritt uns schließlich besonders lebendig auf den hier erstmals ausführlicher in einen solchen Überblick einbezogenen Contorniat-Medaillons entgegen. Deren vielfältiges Themen- und Bildprogramm öffnet sich den verschiedenen privaten Interessen weiter Bevölkerungsschichten, wobei der Circus einen breiten Raum einnimmt.