Alexander der Große | 10003

Dietrich Mannsperger, Alexander der Große, Ausstellungskataloge der Universität Tübingen, 29 Seiten, 1981

Alexander der Große – das bedeutet Geschichte, die zum Mythos geworden ist. Ein einzelner Mensch, der die Welt verwandelt und eine neue Epoche heraufgeführt, der sich zum Leitbild seiner Zeit, zum göttlich verehrten Heros für Generationen und zur bevorzugten Fabelgestalt langer Jahrhunderte erhoben hat - ein Held?

Wohl die unmittelbarsten und beziehungsreichsten Zeugnisse liefert die lange Reihe der vom Welteroberer selbst, sowie seinen Vorgängern und Nachfolgern in Umlauf gesetzten Zahlungsmittel. Wenn tatsächlich das Geld die Welt regiert, so verraten die in Wort und Bild den Münzen mitgegebenen Botschaften ebensoviel von den Tendenzen der Herrschenden wie den Sehnsüchten der Beherrschten: Propaganda muss ankommen, sie ist nicht einseitig machbar. Aus der Einbindung in die Traditon wird das Phänomen Alexander erst verstehbar, nur der Vergleich mit dem Vorher und Nachher bewahrt vor billiger Ideologiekritik des Besserwissers. Die Münzen liefern die authentischen Urkunden, doch nur sorgsame Interpretation kann ihr Verständnis befördern. In dieser Broschüre sollen einige Ansätze dazu gesucht werden.